Frankreich Fußball Europameisterschaft 2016

Stade de France (Saint-Denis)

Das Stade de France in Saint Denis, einem Vorort der französischen Hauptstadt Paris, zählt zu den größten und modernsten Fußballarenen Europas. Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 erbaut, wurde es als Finalstadion schon kurz nach seiner offiziellen Eröffnung im Januar zum Schauplatz eines der größten Triumphe der französischen Fußballgeschichte. Denn damals konnte Frankreich Brasilien mit 3:0 schlagen und sich so den ersten und bis heute einzigen WM-Titel überhaupt sichern. Seitdem ist der imposante Bau auch das offizielle Nationalstadion der Équipe Tricolore, wie die französische Fußballnationalmannschaft auch genannt wird, und damit Nachfolger des Parc des Princes. Neben den Fußballern trägt dort auch die französische Rugbynationalmannschaft die meisten ihrer Heimspiele aus. Aber auch Konzerte und andere große Show- und Sportevents wie z.B. die Leichtathletik-Meetings der IAAF Diamond League werden regelmäßig in der Mehrzweckarena, die von der UEFA mit der höchstmöglichen Wertung von fünf Sternen ausgezeichnet wurde, ausgerichtet. Als regelmäßige Sport-Events finden dort sowohl das Finale des französischen Pokals wie auch das des Ligapokals sowie das Endspiel um den Gewinn der Meisterschaft der französischen Rugby-Union statt. Dabei kann das Stadion mittels verschiebbarer Tribünen schnell an die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Events angepasst werden. So bietet es bei Fußball- oder Rugbyspielen knapp 81.000 Zuschauern, bei Leichtathletik-Veranstaltungen etwa 75.000 Zuschauern und bei Konzerten gar über 90.000 Zuschauern Platz.

Immer wieder war es auch Austragungsort von großen internationalen sportlichen Wettkämpfen wie dem Finale der UEFA Champions League in den Jahren 2000 und 2006, den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2003, der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2007 oder dem Confederations Cup 2003. Zudem wird es zu den Spielstätten der Fußball EM 2016 gehören und dort sowohl Gastgeber des Eröffnungsspiels als auch des Finales sein. Doch all die großen Highlights können nicht darüber hinweg täuschen, dass das teure Stadion knapp die Hälfte des Jahres leer steht und häufig ungenutzt bleibt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass keine Club-Mannschaft das Stadion als Dauermieter für seine Heimspiele nutzt. Während Paris Saint Germain, der erfolgreichste Fußball-Club von Paris, einen Umzug in die schmucke neue Arena bislang vehement ablehnte, erwägt nun Stade Français, ein Club aus der höchsten französischen Rugby-Liga, einen permanent Wechsel ihrer aktuellen Spielstätte, um noch mehr Zuschauer zu seinen Heimspielen zu locken.

Neben seiner Größe besticht das Stade de France vor allem durch seine außergewöhnliche Architektur, die von den vier französischen Architekten Michel Régembal, Aymeric Zublena, Michel Macary und Claude Costantin entworfen wurde. Die Konstruktion des Dachs wurde von der deutschen Firma Rüterbau übernommen. Im Jahre 2002 zeichnete die Internationale Vereinigung für Brücken- und Hochbau das Stade de France und seine Erbauer gar mit dem begehrten Outstanding Structure Award aus. Heute sind viele der Franzosen stolz auf die Arena, die neben dem Louvre oder dem Eifelturm schon längst zu den Prestige-Bauten der französischen Hauptstadt zählt.