Frankreich Fußball Europameisterschaft 2016

Lille

Lille Austragungsort / Spielort der Fußball Europameisterschaft EM 2016

„Die Hauptstadt von Flandern“ – mit Lille (niederländisch Rijsel) erwartet Reisende das Zentrum der historischen Region Französisch-Flandern. Unmittelbar an der Grenze zu Belgien gelegen, ist die Metropole im hohen Norden Frankreichs zugleich Hauptstadt der geographischen Region Nord-Pas-de-Calais wie Präfektur des politischen Départements Nord.

Gemeinsam mit mehreren anderen nordfranzösischen Städten ist Lille sog. Kernstadt der Lille Métropole Communauté urbaine sowie der Metropolregion Lille mit 1,1 Millionen bzw. 3,5 Millionen Einwohnern. Lille selbst zählt 227 000 Einwohner (Stand 2011) und ist damit die größte Stadt Nordfrankreichs und zehntgrößte des ganzen Landes. Bei einer Bevölkerungsdichte von 6.533 Einwohner / km²(2011) erstreckt sich die Großstadt auf einer Fläche von 34,83 km². Darüber hinaus bildet der großflächige nordfranzösich-belgische Ballungsraum hier seit 2008 grenzübergreifend die Eurométropole Lille-Kortrijk-Tournai mit ca. 2 Millionen Einwohnern. Die wechselvolle Geschichte Lilles ist gekennzeichnet von häufig wechselnder politischer Zugehörigkeit. Über Jahrhunderte bis zur Französischen Revolution war Lille viel belagerte Garnisonsstadt. In der Historie nacheinander von Handel, Maschinenbau- und Textilindustrie gekennzeichnet ist die Stadt wirtschaftlich längst geprägt von den Bereichen Dienstleistungen. Architektonischer Ausdruck hiervon ist etwa das ab 1988 neu erbaute Geschäftsviertel Euralille.

Lille – die Stadt der Kultur und Künste. Dieses Charakteristikum des städtischen Lebens reicht zurück bis in das 19. Jahrhundert. „Spezialität“ der Stadt sind daher eine ganze Reihe hochkarätiger Museen und Kultureinrichtungen wie das 1809 von Napoleon persönlich gegründete Palais des Beaux-Arts de Lille als bedeutendste Kunstsammlung außerhalb von Paris. Ebenfalls bereits im 19. Jahrhundert entstanden zeigt das Musée d’Histoire Naturelle seine umfangreichen naturkundlichem Sammlungen. Weiterhin erwarten den Kunst- und Kulturliebhaber das hochmoderne Lille Métropole Museum für Moderne Kunst, Zeitgenössische Kunst und Art Brut (LAM), das Musée d’Art et d’Industrie, die Konzerthalle „Le Splendid“ oder die international renommierte Opéra de Lille. Die von Natur- und Backsteinfassaden aus dem 17. und 18. Jh. geprägte Altstadt von Lille bietet zudem touristische Highlights wie die Alte Börse, dem Geburtshaus von Charles de Gaulle, das Ludwig XIV. gewidmete „Pariser Tor“, die Kathedrale von Lille, die 5-schiffige Hallenkriche St- Maurice aus dem 15. Jahrhundert oder die neugotische Kathedrale Notre-Dame-de-la-Treille aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In jüngster Vergangenheit wurden Lille die Ehrungen als „Kulturhauptstadt Europas“ (2004) sowie „Stadt der Kunst und Geschichte“ zuteil.

Lille ist grün: Besuchern wie Einheimischen Erholung vom Stadtrummel bieten zahlreiche Parks und Grünanlagen. Zentral gelegen warten der weitläufige Parc Henri Matisse und der eigentümlich längsrechteckige Parc Jean-Baptiste Lebas direkt neben dem Naturkundemuseum. Ideal für aktive Freizeitgestaltung ist der 90 ha große Parc de la Citadelle mit seinem weitverzweigten Wegnetz. Als Refugium und Sehenswürdigkeit in einem wartet am Stadtrand der an pflanzlichen wie künstlerischen Kuriositäten reiche Jardin des Géants. Folgerichtig besitzt das nordfranzösische Kultur- und Bildungszentrum Lille mit der bereits 1562 begründeten Université Lille – Nord-de-France mit gegenwärtig ca. 100 000 Studenten (Stand 2000) auch eine der größten Universitäten des Landes. Örtliche Verkehrsdrehscheiben für Franzosen wie Touristen sind der Flughafen Lilles Lesquin sowie der zentrale Bahnhof Lille-Flandres. Lille erlebte somit im Laufe der Jahrhunderte einen Wandel von der Handelsstadt zum Industriezentrum bis hin zur heute international anerkannten Kulturmetropole.