Frankreich Fußball Europameisterschaft 2016

Marseille

Marseille Austragungsort / Spielort der Fußball Europameisterschaft EM 2016

Vor vielen hundert Jahren, etwa 620 v. Cr. ließen sich griechische seefahrende Händler in der geschützten natürlichen Bucht von Marseille nieder. Dort, wo einst die Häuser der geschäftstüchtigen Kapitäne standen, liegt heute das Quartier du Panier. Wer sie sucht, findet auch heute noch Spuren der ersten Einwohner. Die schmalen Gassen und steilen Treppen folgen in großen Teilen dem griechischen Grundriss. Diue lange Geschichte ließ die Stadt viele Höhen und Tiefen erleben. Lange Zeit galt unter den mächtigen Herrschern Frankreichs der Spruch, in Frankreich könne nur der regieren, wer Marseille beherrscht. Im Zweiten Weltkrieg ging viel von den alten Bauten verloren, zumal die deutschen Soldaten im Quartier du Panier Verstecke der Resistance vermuteten.
Viele der malerischen, bunt gestrichenen Häuser stammen aus späteren Jahren und die meisten aus dem 18.Jahrhundert. Ein besonderes Schmuckstück im Herzen des griechischen Marseille ist die Kathedrale de la Major. Blickt man vom Hafen herauf, so ist der Eindruck von der über der Stadt thronenden Kathedrale gigantisch. Und der Blick von dem 154 Meter hohen Felsen herunter auf die Stadt, das Häusergewirr und den Hafen und das Meer schlägt den Besucher restlos in seinen Bann. Da verwundert es nicht, dass jährlich annähernd 1,5 Millionen Besucher den Gipfel erklimmen und die Kathedrale mit dem 60 Meter hohen Turm und der 10 Meter hohen Madonnenstatue besichtigen. Ein kurzes Stück Weges weiter umfängt den Besucher dann aber auch schon das hektische moderne Marseille mit der Betriebsmakeit des großen Hafens Port Moderne.
Marseille ahoi – schon zu antiken Zeiten suchten Galeeren und Handelsschiffe in dem natürlichen, geschützten Hafenbecken Zuflucht. Die günstige Lage am Ende einer bedeutenden Handelsroute ließen Marseille schnell zu einer blühenden Stadt wachsen. Heute ist der Hafen für die großen „Pötte“ nicht mehr tief genug und schnittige Segler und Motoryachten haben das Revier für sich erobert. Die geschäftstüchtigen Marseiller Händler und Geschäftsleute haben bereits im 16. Jahrhundert eine Industrie- und Handelskammer gegründet, die Chambre de Commerce de Marseille. Zuerst traf man sich im Rathaus der Stadt, doch dann beschloss man ein eigenes Gebäude müsse her. Und nach achtjähriger Bauzeit wurde unter Napoleon III das pompöse Palais de la Bourse – der Tempel des Mammon – eingeweiht. Mittlerweile teilen sich die Kaufleute den prachtvollen Bau mit dem Museum de la mArine et de L´Economie. Für Fotografen ist es vor allem in den Abendstunden einlohnendes Objekt wenn die Fassade direkt von der Sonne angestrahlt wird.
Die Bevölkerung der zweitgrößten Stadt Frankreichs ist ein kultureller Schmelztiegel von Europäern und Afrikanern und provenzalischer Atmosphäre. Kulturinteressierte finden in Marseille eine ganze Reihe sehenswerter Kirchen, Paläste und Schlösser, sowie Museen, die eine Bandbreite von der Archäologie bis zur Moderne abdecken. 2013 wurde Marseille zur Kulturhauptstadt erklärt und das hat dem Tourismus noch einmal einen Schub veliehen. Die Metropole an der Cote d`Azur mit ihren ca. 850.000 Einwohnern, verfügt übe eine gute Verkehrsanbindung und ein sehr gutes öffentliches Verkehrsnetz. Mit der Metro oder einem der zahlreichen Linienbusse ist die Hafenstadt ideal für eine Städtereise.
Besucher und Fotografen finden eine Fülle an interessanten Motiven und Sehenswürdigkeiten. Allen anfänglichen Kritiken zum Trotz brach unter Napoleon III eine neue Städtebaukultur in Marseille an. Nach Pariser Vorbild sollte auch Marseille schnurgerade, breite und repräsentative Boulevards bekommen. Dabei wurde wenig Rücksicht auf bestehende Striukturen genommen, so auch beim Bau der Rue de la Republique. Ziemlich rabiat wurden alte Einwohne vertrieben, alte Häuser abgerissen und neue, komfortable Mietshäuser entlang der Prachtstraße gebaut. Jetzt sind die Häuserzeilen aus einem Stilmix aus Renaissance-Elementen und neoklassischen Details nicht mehr wegzudenken. Ein Besuch lohnt sich in dieser alten Stadt voll mit moderner, jugendlicher Energie.