Frankreich Fußball Europameisterschaft 2016

Saint-Etienne

Saint-Etienne Austragungsort / Spielort der Fußball Europameisterschaft EM 2016

Im Süden Frankreichs, im Zentralmassiv und zu Füssen des Berges Mont Pilat (1432 m), liegt Saint-Étienne. Das südwestlich gelegene Lyon ist ca. 50 km entfernt. Saint-Étienne gehört zum Department Loire, in der Region Rhône-Alpes und ist der Hauptort, der dortigen neun Kantone. Der Fluss Furan, ein 39 km langer Nebenarm der Loire, fließt daran vorbei. Die Stadt war einst das Zentrum eines großen Bergbaugebietes, was in der Kernstadt an einigen Punkten noch erkennbar ist.

Entwicklung und Geschichte

Erste Erwähnung fand Saint-Étienne (damals Sancti Stephani de Furanum) um 1258. Im 14. Jahrhundert gewann es, durch seine Metallverarbeitung, dem Bergbau und der Herstellung von Posamenten, an Bedeutung. Der Ausbau der Bahnstrecken, was auch dem Transport der abgebauten Steinkohle zugute kam, beflügelte das Wachstum. So entwickelte sich Saint-Étienne stetig weiter und wurde 1855 zur Hauptstadt des Departments. Die Einwohnerzahl unterlag in der Vergangenheit großen Schwankungen. Der einstige ländliche Ort wuchs, im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, rasend schnell. Eine Industriekrise in den 1970er Jahren, ließ wiederum die Anzahl der Bürger kontinuierlich schmelzen. Wo sie Ende der 1960er Jahre noch über 220.000 betrug, sind es inzwischen (Stand 2011) nur noch rund 170.000. Dies entspricht, bei einer Fläche von ca. 80 km², einer Bevölkerungsdichte von 2126 Einwohnern/km². Heute ist Saint-Étienne immer noch ein wichtiger Industriestandort. So sind dort beispielsweise Unternehmen für Textilien, Lebensmittel und Stahlverarbeitung ansässig. Eine Ausweitung auf den Dienstleistungssektor und die Tourismusbranche fand, durch den Wandel der Zeit, ebenfalls statt.

Sehenswürdigkeiten und Ausflüge

Die zentral gelegene Altstadt Saint-Étiennes, wird von engen Straßen und Bauten aus dem 18. Jahrhundert bestimmt. Hier ist das typische französische Flair noch zu spüren. Lohnenswert sind Besichtigungen des Rathauses, der alten Waffenmanufaktur, der Stadtkirche und der Tour de la Droguerie. Sehr bekannt ist zudem das Museum für Moderne Kunst ((Musée d’art moderne de Saint-Étienne). Eine Reise in die Vergangenheit erleben Besucher in der ehemaligen Kohlemine Puits Couriot. Dort befindet sich das Bergbaumuseum, mit Ausstellungen, über den Verlauf der Geschichte des Abbaus. Ein Spaziergang auf die Hügel rund um Saint-Étienne, verschafft einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die ausgedehnten Wälder der Region. Naturliebhaber kommen in der näheren Umgebung von Saint-Étienne auf ihre Kosten. Eine Tour in die Auvergne, ein vulkanisches Gebiet im Zentralmassiv, lockt viele Ausflügler an. Die schöne Aussicht, die reiche Natur und die warmen Quellen, entschädigen für das fehlende Grün innerhalb Saint-Étiennes. Für Bergwanderer bieten sich die beeindruckenden Berge des Puy de Dome und des Monts Dores an.

Besonderheiten

  • Die Einwohner der Stadt nennen sich „Stéphanois“, was wohl auf den ursprünglichen Namen zurückzuführen ist.
  • Saint-Étienne galt als Waffenschmiede der Nation, weswegen es, während des Zweiten Weltkrieges 1944, bombardiert wurde.
  • Für den Transport der Steinkohle wurde, 1823 zwischen Saint-Étienne und Andrézieux-Bouthéon, die erste Bahnverbindung Frankreichs gebaut. Die Strecke betrug 15 km.
  • Saint-Étienne erhielt 2010 durch die UNESCO, die Auszeichnung „City of Design“ und ist seither Mitglied im UNESCO Netzwerk „Creative Cities“.